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Der König der Könige

Entstehungszeit
1690
Maße
173x141 cm
Technik
Holz, Tempera
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#1
Alexander Kasanzew
Der König der Könige
#4
Die Ikone „Jesus Christus – der König der Könige“ hat Alexander Kasanzew 1690 gemalt. Sie war für die Hauptkirche Muroms, die Kathedrale zu Ehren der Geburt der Gottesmutter, gefertigt worden. Ihr Maler wurde 1658 geboren und entstammte einer Familie, die bereits über mehrere Generationen Ikonenmaler waren, in der Klostervorstadt von Murom lebten und für das Maria-Verkündigungskloster Ikonen malten. Gemeinsam mit Alexander Kasanzew arbeiteten auch sein jüngerer Bruder Fjodor und später sein Sohn Pjotr mit ihm zusammen. Die meisterhaften Fertigkeiten und der Stil des Ikonenmalers verraten, dass er seine Lehrjahre in der Malwerkstatt der Waffenkammer in Moskau verbracht hatte.

Auf der Ikone ist der Oberkörper von Jesus Christus zu sehen, der von einem leuchtend roten Schein umgeben ist, in dessen Innerem sich goldene Strahlen erkennen lassen. Die Kleidung und Attribute Christi folgen einem Text aus der Apokalypse. Christus ist in das Purpurgewand des Königs gekleidet, das mit breiten goldenen Stickwerk besetzt ist. Auf seinem Haupt trägt er eine hohe und geschlossene Krone, die aus mehreren Zackenreihen besteht.

Mit der rechten Hand segnet Jesus Christus die Betenden, mit der linken hält der einen Zepter, dessen oberes Ende ein Kreuz darstellt. Von seiner linken Schulter geht ein Schwert aus. Auf der Brust Christi hängt ein Medaillon mit der Aufschrift „Wort Gottes“.

In Byzanz sind die Darstellungen Christi in königlichem Gewand und einer Krone gewöhnlich Teil einer Komposition mit dem Namen „Die Königin hat sich hingestellt“, die auf einem Text aus dem Psalm 46 basiert. Dabei finden sich neben dem königlichen Gewand Christi sehr oft auch Elemente liturgischer Gewänder von Bischöfen: meist das Pallium, seltener der Sakkos, und der Bischofsstab. Im späten Mittelalter wird das königliche Gewand des Heilandes oft mit einem Text aus der Apokalypse (ein Buch des Neuen Testaments) in Verbindung gebracht. Dieser Text schildert die Vision eines Reiters auf weißem Pferd, der an der Spitze seines Heeres gegen das Tier und die Könige dieser Erde in den Kampf zieht.

Ab der Hälfte des 16. Jahrhunderts ist die Darstellung Christi als König der Könige, mit einer Krone und einem Schwert, das aus seinem Munde hervorgeht, und auf einem weißen Pferd reitend, fester Bestandteil russischer Illustrationen zur Apokalypse. Im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts entwickelte sich, basierend auf dem Text der Apokalypse, ein besonderer Typus von Christusdarstellungen: entweder nur dessen Oberkörper oder auf einem Thron. Er trägt einen Dalmatik (ein kurzes Gewand), das an das Gewand der russischen Zaren erinnert und eine geschlossene Königskrone. In der Hand hält der Heiland ein Zepter, auf der Brust trägt er ein Medaillon mit der Aufschrift „Wort Gottes“.

Eine sehr genaue Entsprechung bzw. Vorbild für die Ikone aus der Muromer Kathedrale ist die Ikone Christi „König der Könige“ aus der unteren Reihe der Ikonostase der Erzengelkathedrale im Moskauer Kreml. Diese Ikone ist auf einem alten Brett von Meistern der Waffenkammer in den Jahren 1678-1680 gemalt worden.
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Der König der Könige

Entstehungszeit
1690
Maße
173x141 cm
Technik
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