Die Ikone von Johannes dem Täufer schuf ein unbekannter Meister in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der letzte alttestamentarische Prophet, der Heilige Johannes, taufte Jesus Christus und hatte noch vor dessen Geburt die Ankunft des Erlösers vorausgesagt. Ursprünglich befand sich diese Ikone mit der Darstellung von Johannes dem Täufer in einem der Klöster von Murom in einer Deesis-Reihe. Später platzierte man sie in der Verklärungskathedrale des Klosters zur Verklärung des Herrn „auf der Nordseite gegenüber der Säule“. Die Ikone hing in einem vergoldeten kleinen Ikonenschrank an einer Wand.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine charakteristische persönliche Handschrift aus, die auch auf anderen Ikonen jener Zeit aus Murom festgestellt wurde. Als erste feine Farbschicht verwendete der Ikonenmaler hellbraunes Sankir, ein Gemisch aus Ocker- und schwarzer Farbe. Das Sankir wurde mit Pinselstrichen aufgetragen. Und auf dem liegt eine dichte Farbschicht blaßgelber Farbe. Das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei wurde fast gar nicht verwendet, weshalb für die Ikone ein deutlicher Kontrast in der Tongebung charakteristisch ist, zum Beispiel am Hals unterhalb des Kinns.
Die Ohren von Johannes dem Täufer gestaltete der Ikonenmaler in Form von Schlaufen etwas tieferliegend als gewohnt. Seine Augenbrauen von dunkelbrauner Farbe sind hochgehoben. Die Arme und Beine des Heiligen sind mit einer starken Akzentuierung der Gelenke und Muskeln gemalt worden. Das Gewand ist mit Hilfe eines flüssigen Farbpigments gestaltet worden, so dass eine schematische Aufteilung in Form von Ecken und rechtwinkligen langen Flächen erfolgt. Für diese Aufteilung verwendete der Autor der Ikone Schneeweiß.
Die Ikone zeichnen der Pinselstrich an sich und dessen Breite aus. Eine derartige Malweise war den russischen Meistern nicht eigen. Kunstwissenschaftler vermuten, dass der unbekannte Ikonenmaler ein Meister der Freskenmalerei war, der es gewohnt war, auf großen Flächen zu arbeiten. Der Meister malte frei und großzügig, ihn hielt der Rahmen des Mittelteils der Ikonen nicht im Zaum. Daher erfaßt die Malerei die Ränder. Der Schriftrolle mit dem evangelischen Text reichte der Platz auf der Ikone nicht aus. Die rote Farbe der Schriftrolle ist gleichfalls für eine russische Ikone ungewöhnlich.
Die Ikone kam im Jahr 2009 zur Restaurierung in das nach dem Akademiemitglied Igor Grabar benannte wissenschaftliche Restaurierungszentrum. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Ikone dauerten bis 2011 an. An dem Werk arbeitete eine Gruppe von Restauratoren zusammen mit Tatjana Mosunowa, die über den Arbeitsprozess berichtete:
Die Arbeit zeichnet sich durch eine charakteristische persönliche Handschrift aus, die auch auf anderen Ikonen jener Zeit aus Murom festgestellt wurde. Als erste feine Farbschicht verwendete der Ikonenmaler hellbraunes Sankir, ein Gemisch aus Ocker- und schwarzer Farbe. Das Sankir wurde mit Pinselstrichen aufgetragen. Und auf dem liegt eine dichte Farbschicht blaßgelber Farbe. Das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei wurde fast gar nicht verwendet, weshalb für die Ikone ein deutlicher Kontrast in der Tongebung charakteristisch ist, zum Beispiel am Hals unterhalb des Kinns.
Die Ohren von Johannes dem Täufer gestaltete der Ikonenmaler in Form von Schlaufen etwas tieferliegend als gewohnt. Seine Augenbrauen von dunkelbrauner Farbe sind hochgehoben. Die Arme und Beine des Heiligen sind mit einer starken Akzentuierung der Gelenke und Muskeln gemalt worden. Das Gewand ist mit Hilfe eines flüssigen Farbpigments gestaltet worden, so dass eine schematische Aufteilung in Form von Ecken und rechtwinkligen langen Flächen erfolgt. Für diese Aufteilung verwendete der Autor der Ikone Schneeweiß.
Die Ikone zeichnen der Pinselstrich an sich und dessen Breite aus. Eine derartige Malweise war den russischen Meistern nicht eigen. Kunstwissenschaftler vermuten, dass der unbekannte Ikonenmaler ein Meister der Freskenmalerei war, der es gewohnt war, auf großen Flächen zu arbeiten. Der Meister malte frei und großzügig, ihn hielt der Rahmen des Mittelteils der Ikonen nicht im Zaum. Daher erfaßt die Malerei die Ränder. Der Schriftrolle mit dem evangelischen Text reichte der Platz auf der Ikone nicht aus. Die rote Farbe der Schriftrolle ist gleichfalls für eine russische Ikone ungewöhnlich.
Die Ikone kam im Jahr 2009 zur Restaurierung in das nach dem Akademiemitglied Igor Grabar benannte wissenschaftliche Restaurierungszentrum. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Ikone dauerten bis 2011 an. An dem Werk arbeitete eine Gruppe von Restauratoren zusammen mit Tatjana Mosunowa, die über den Arbeitsprozess berichtete:




