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Gottesmutter Hodegetria

Entstehungszeit
Mitte des 16. Jahrhunderts
Maße
52x39 cm
Technik
Holz, Tempera
1
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#3
Unbekannter Autor
Gottesmutter Hodegetria
#15
Die Ikone der Gottesmutter Hodegetria – die Wegweiserin – mit ausgewählten Heiligen hat ein unbekannter Ikonenmaler Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen. Im Mittelteil der Ikone befindet sich die Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesuskind, die zum ikonographischen Typ der „Gottesmutter von Schuja“. Dieser Typ ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Die wundersame Ikone „Die Gottesmutter von Schuja“ war 1654 während einer Pestepidemie gemalt worden. Ihr Autor war ein frommer Einwohner der Stadt Schuja. Die gemalte Ikone erlöste die Stadt von der Epidemie.

Diese Ikone hatte sich in der Mariä-Entschlafungs-Kirche von Murom befunden. Die Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesuskind wird von Heiligenfiguren, die bis zur Taille gemalt wurden, umgeben. Diese Figuren von Fürsprechern für die Betenden symbolisieren die konziliarische Gesamtheit der russisch-orthodoxen Kirche. Ein derartiger Ikonentyp hat seinen Ursprung in den Traditionen der byzantinischen Kunst des 11. und 12. Jahrhunderts. Im Russland fand er in der zweiten Hälfte des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Verbreitung. In der Regel befanden sich im Mittelteil solcher Ikonen die Darstellungen der Gottesmutter mit dem Jesuskind oder von Nikolaus dem Wundertäter. Die Figuren der Heiligen waren paarweise an den Rändern entsprechend ihrer Heiligkeit oder ihrer Verehrung angeordnet worden.

Über dem Haupt der Gottesmutter ist in der Mitte der oberen Reihe Johannes der Täufer dargestellt, der verkündete, dass das Himmelreich nahe sei. Links von ihm befindet sich der Prophet Elija. Sie sind nicht zufällig nebeneinander gemalt worden. Elija war wie auch Johannes einer der größten Propheten der alttestamentarischen Epoche, ein Prediger und Asket – der Archetyp christlicher Mönche. Die feurige Himmelfahrt des Elijas wurde in der christlichen Tradition als das Urbild der Zweiten Wiederkunft und nahen Erlösung aufgefasst. Links von Johannes dem Täufer befindet sich die Figur des Erzengels Michael. Wie auch der Prophet Elija wurde er als ein Fürsprecher für die Seelen der Verstorbenen verehrt. In der russischen Ikonographie hat man Erzengel Michael oft auf Ikonen der Himmelfahrt des Elijas dargestellt.

Symmetrisch zu den Figuren Michaels und Elijas befinden sich die Darstellungen von Petrus und Paulus. Petrus hält den Schlüssel zur Paradiespforte und eine Schriftrolle mit den Worten „Du bist der Christus“ in den Händen. An den Seitenrändern sind entsprechend der traditionellen Hierarchie der Heiligen Nikolaus der Wundertäter, Erzdiakon Stepan sowie die Märtyrerinnen Paraskeva Pyatnitsa und Warwara (Barbara) dargestellt worden.

Erzdiakon Stephan war unter den ersten sieben Diakonen, die die Apostel ordinierten. Seine Darstellung symbolisiert die Idee der apostolischen Kontinuität der christlichen Kirche. Nikolaus der Wundertäter galt als ein großer Bischof, der „den Aposteln gleich war“.
Die Restaurierung der Ikone nahm Tatjana M. Mosunova — eine Spezialistin des Igor-Grabar-Restaurierungszentrums – in den Jahren 1990 bis 1993 vor. Vor der Restaurierung war die Darstellung auf der Ikone kaum auszumachen. Sie war von dunkel gewordenem Öllack überzogen gewesen. In der Mitte der Ikone war eine Grundierungsschicht aus einem Gemisch von Kreide, Leinöl und Tier- oder Fischleim aufgetragen worden. Sie glich den Höhenunterschied zwischen den Holztafeln aus und überdeckte die Darstellung der ursprünglichen Figur der Gottesmutter, die gut erhalten geblieben war.

Im Zuge der Arbeiten offenbarte sich die leuchtende Farbgestaltung der Ikone. Sie basierte auf einer Verbindung von Zinnoberrot und Auripigment für den Hintergrund und die Gewänder der Heiligen. Aufmerksamkeit verdienen die ungewöhnlichen farbigen Strahlenkränze der Heiligen. Durch das breite dunkelrote um die Ikone verlaufende Paneel ist die leichte, kontrastierende Doppellinie brauner Farbe des Autors erhalten geblieben.
#16
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Gottesmutter Hodegetria

Entstehungszeit
Mitte des 16. Jahrhunderts
Maße
52x39 cm
Technik
Holz, Tempera
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