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Die Heilige Dreifaltigkeit

Entstehungszeit
Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts
Maße
135x98 cm
135х98
Technik
Holz, Tempera
1
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#1
Unbekannter Autor
Die Heilige Dreifaltigkeit
#5
Die Ikone, auf der die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt ist, hat ein unbekannter Ikonenmaler in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschaffen. Sie wurde speziell für die neue aus Stein gemauerte Kathedrale des Erlöser-Klosters in Murom, die in den 1560-er Jahren erbaut worden ist, gemalt. 

Die auf der Ikone dargestellte Szene basiert auf einem Text aus dem Alten Testament. Darin wird davon berichtet, wie Gott, der Herr, dem Altvater Abraham in der Gestalt dreier Männer erschienen ist. Abraham trug seiner Frau Sarah auf, ungesäuertes Brot zu backen, und seiner Magd, für das Gastmahl ein Kalb zu bereiten. Die drei Wanderer verkündeten, dass Sarah bald einen Sohn gebären wird und verhießen Abraham, dass er der Urvater eines großen Volkes werden wird, in dem alle Nationen ihren Anfang nehmen. In der christlichen Überlieferung wurde der Besuch der drei Männer als ein Beleg für die Dreifaltigkeit Gottes interpretiert und ist so zur Grundlage für die symbolische ikonographische Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit geworden. 

Die drei Wesen, die Abraham erschienen sind, werden in der Regel als Himmelsboten, d.h. als Engel dargestellt. Symbolisch stehen sie für die drei Hypostasen Gottes: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Die Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit in Form der Gastfreundschaft Abrahams hat in der russischen Kultur besondere Bedeutung gewonnen: An der Wende des 14. zum 15. Jahrhunderts begann man diese Ikonen mit dem Pfingstfest und dem Tag der Herabkunft des Heiligen Geistes in Verbindung zu bringen. Dieser Feiertag wurde daraufhin zum Tag der Heiligen Dreifaltigkeit. 

Vom 15. Jahrhundert an herrschte in der russischen Kunst die Darstellung der Dreifaltigkeit vor, wie sie in der Spätzeit der Palaiologen üblich geworden war. Eine Schlüsselposition bei dieser Form der Darstellung nimmt die Ikone von Andrej Rubljow ein, die zum kanonischen Muster erhoben worden ist. Sie behauptete ihre zentrale Stellung bis in das 17. Jahrhundert hinein. Charakteristisch für diese Darstellung ist eine vereinfachte Komposition, die sich auf die drei Engel, einen Palast, einen Berg und die Eiche von Mamre beschränkt. Die Eiche von Mamre ist der Baum, unter dem Abraham nach alttestamentlicher Überlieferung Gott selbst bewirtet hat. 

Die Ikone von Andrej Rubljow diente als Vorbild für jene Ikone, die in unserem Muromer Museum ausgestellt ist. Trotzdem gibt es einige Details, wodurch sich beide Ikonen voneinander unterscheiden. So bilden zum Beispiel die Figuren der Engel auf der Muromer Ikone keinen idealen Kreis. Ihre drei Häupter sind vielmehr fast auf einer Ebene. Auf dem Gewand des mittleren Engels befindet sich kein vertikal angebrachter schmückender Aufsatz. Statt eines Kelches finden sich auf der Muromer Ikone drei Kelche.
 
Einige Details erklären sich aus der ikonographischen Tradition in der Mitte und der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das sind der sehr üppig dargestellte Palast und die komplizierte Form des Tisches mit den Arkaden am unteren Ende, die Flügel der Engel, die sehr füllig und mit eigeschlagenen Rändern dargestellt sind, und die Haltung der Beine bei dem rechten und linken Engel (ihre Füße befinden sich auf einer Fußstütze auf einer Ebene, nicht aber in unterschiedlicher Höhe wie bei Andrej Rubljow). Die Ikone aus dem Erlöserkloster unterscheidet sich um Einiges von gleichartigen Ikonen der Dreifaltigkeit aus dem 16. Jahrhundert, die die Komposition der Rubljowschen Ikone genauer nachahmen.  
#6
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Die Heilige Dreifaltigkeit

Entstehungszeit
Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts
Maße
135x98 cm
135х98
Technik
Holz, Tempera
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